Erna Wagner-Hehmke
Erna Wagner-Hehmke
Ecke

Erna Wagner-Hehmke wird 1905 in Breslau geboren. An der dortigen Universität studiert sie nach dem Abitur zwei Semester Fotochemie. Gemeinsam mit der Fotografin Anne Winterer eröffnet sie 1925 in Düsseldorf eine „Lichtbildwerkstatt“. 1932 legt sie die Meisterprüfung ab. Im gleichen Jahr heiratet sie den Architekten Rudolf Wagner. Ab 1935 führt sie das Fotoatelier allein weiter. Ihre Arbeiten decken ein weites Spektrum fotografischer Tätigkeiten ab: Porträt- und Sachaufnahmen wechseln mit Industrie- und Werbefotografie. Besondere Aufmerksamkeit verdienen ihre Bilderreihen aus der Gründungsphase der Bundesrepublik Deutschland: Im Auftrag der nordrhein-westfälischen Landesregierung dokumentiert sie nicht nur die Arbeit des Parlamentarischen Rats, sondern auch die Konstituierung und den Sitz der Bundesorgane. Im Laufe ihres Berufslebens engagiert sich Erna Wagner-Hehmke stark in der Ausbildung junger Nachwuchsfotografen und -fotografinnen. Zahlreiche Auszeichnungen wie die „Goldene Nadel“ der Innung belegen die Qualität ihrer fotografischen Arbeit. Bis zu ihrem 72. Lebensjahr ist sie berufstätig. Sie stirbt 1992 in Düsseldorf.

Ende der 1980er Jahre übernimmt das Haus der Geschichte etwa 4000 Fotografien mit allen Nutzungsrechten in seine zeithistorischen Sammlungen, darunter 1200 mit Motiven zum Parlamentarischen Rat. Dazu kommen einige der wenigen noch erhaltenen Fotoalben, die Erna Wagner-Hehmke zur Arbeit des Parlamentarischen Rats zusammengestellt hat. Jedes ist individuell an den Beschenkten angepasst und entweder durch den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Karl Arnold oder den Chef der Landeskanzlei Hermann Wandersleb übergeben worden. Da insgesamt von allen anwesenden Fotografen nach heutigem Stand nur etwa 2500 Aufnahmen zum Parlamentarischen Rat dokumentiert sind, ist Erna Wagner-Hehmke die umfassendste fotografische Dokumentation zur Entstehung des Grundgesetzes zu verdanken.