Im August 1948 wählen die elf westdeutschen Landtage die 65 Abgeordneten des Parlamentarischen Rats. Bereits zu Beginn der Beratungen kommen fünf Vertreter Berlins hinzu. Sie nehmen wegen des besonderen Rechtsstatus von Berlin nur mit beratender Stimme teil. Im Verlauf der Beratungen des Parlamentarischen Rats scheiden sieben Abgeordnete vorzeitig aus und werden durch Nachrücker ersetzt.

Erna Wagner-Hehmke porträtiert einen Teil der Abgeordneten. Von anderen macht sie Fotografien in Sitzungen und Arbeitsräumen.
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FRIEDRICH WOLFF (SPD)
im Parlamentarischen Rat
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Friedrich Wolff
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Im Sommer 1948 wird Friedrich Wolff vom Nordrhein-Westfälischen Landtag in den Parlamentarischen Rat gewählt. Er ist Mitglied im Hauptausschuss und im Ausschuss für Finanzfragen. Inhaltlich konzentriert er sich auf Aspekte der Finanzverfassung. Hierbei tritt Wolff für eine starke Stellung des Bundes ein. So fordert er eine reine Bundesfinanzverwaltung. Überdies erweist er sich als Anhänger einer elastischen Gestaltung der Finanzbeziehungen zwischen Bund und Ländern („Verbundsystem“).

Geboren am 24. März 1912 in Essen, gestorben am 13. Dezember 1976 in Essen.

Friedrich Wolff wächst als Sohn eines Fräsers in einer der Sozialdemokratie eng verbundenen Familie auf. Nach dem Abitur 1931 in Essen einjährige Hospitanz beim dortigen Institut für Konjunkturforschung. 1932 – 1935 Studium der Volks- und Betriebswirtschaft sowie des Öffentlichen Rechts in Köln, Wien und München. Frühjahr 1935 Abschluss als Diplom-Volkswirt. 1936 Promotion in München.

Ab Frühjahr 1936 nach dem Besuch der Reichspresseschule in Berlin-Dahlem Redakteur für Wirtschafts- und Finanzfragen in der Hauptredaktion der „Frankfurter Zeitung“. Seit Herbst 1940 zum Kriegsdienst eingezogen, gerät wenige Wochen vor Kriegsende bei Remagen in US-amerikanische Gefangenschaft, danach in ein französisches Lager bei Lunéville. Februar 1946 Entlassung.

Im Mai 1946 von den Briten als Stadtdirektor von Essen unter dem kommunistischen Oberbürgermeister Heinz Renner eingesetzt. Wolff tritt der SPD bei, der er bereits vor der nationalsozialistischen „Machtergreifung“ für kurze Zeit angehört hat. Er verhält sich jedoch gegenüber parteipolitischen Einflussversuchen auf seine Arbeit distanziert. Vertritt das Konzept einer Neuprofilierung der Stadt als zukunftsorientierter Standort mittelständischer Fertigungsindustrie sowie als Handels- und Dienstleistungszentrum („Pogramm für den Neuaufbau von Essen“, 1946). Wendet sich überdies vehement gegen die britische Politik der Demontage. Nach den ersten Kommunalwahlen vom Oktober 1946 unter dem neu gewählten Oberbürgermeister Gustav Heinemann (damals CDU) Dezernent für Personal- und Organisationswesen. 1950 Wechsel in das Amt des Stadtkämmerers. 1957 Wahl auf zwölf Jahre zum Oberstadtdirektor. In dieser Eigenschaft Mitglied bzw. Vorsitzender in zahlreichen Aufsichtsgremien städtischer Unternehmen. Das ihm 1956 vom neu gewählten Ministerpräsidenten Fritz Steinhoff (SPD) angebotene Amt als Staatssekretär im nordrhein-westfälischen Finanzministerium lehnt er ab. Er tritt im Herbst 1963 „aus gesundheitlichen Gründen“ von seinen kommunalen Ämtern zurück. Seither in der Privatwirtschaft tätig, u.a. für ein Essener Getränkeunternehmen und zeitweilig als Mitherausgeber des „Essener Stadtanzeigers“.

Nachlass: Nicht bekannt.