Im August 1948 wählen die elf westdeutschen Landtage die 65 Abgeordneten des Parlamentarischen Rats. Bereits zu Beginn der Beratungen kommen fünf Vertreter Berlins hinzu. Sie nehmen wegen des besonderen Rechtsstatus von Berlin nur mit beratender Stimme teil. Im Verlauf der Beratungen des Parlamentarischen Rats scheiden sieben Abgeordnete vorzeitig aus und werden durch Nachrücker ersetzt.

Erna Wagner-Hehmke porträtiert einen Teil der Abgeordneten. Von anderen macht sie Fotografien in Sitzungen und Arbeitsräumen.
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ROBERT LEHR (CDU)
im Parlamentarischen Rat
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Robert Lehr
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Deutsches Rundfunkarchiv
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Vom Nordrhein-Westfälischen Landtag im Sommer 1948 zum Mitglied des Parlamentarischen Rats gewählt, übernimmt Robert Lehr den Vorsitz des Ausschusses für Organisation des Bundes sowie Verfassungsgerichtshof und Rechtspflege und nach dessen Teilung des Ausschusses für Organisation des Bundes. Außerdem ist er Mitglied des Ältestenrats, des Hauptausschusses und des Fünferausschusses. Er nimmt gelegentlich auch an den Beratungen des Siebenerausschusses und des Ausschusses für Finanzfragen teil. Eines seiner inhaltlichen Hauptinteressen gilt Fragen der Zweiten Kammer. In ihr sieht er die Möglichkeit eines konservativen Regulativs gegenüber einem der politischen Zusammensetzung nach schwer vorhersehbaren volksgewählten Parlament. In Anknüpfung an bereits von ihm im Zonenbeirat entwickelte Vorstellungen („Richtlinien für die künftige Reichsverfassung“) tritt er für eine voll gleichberechtigte gemischte Zweite Kammer ein, die sich aus Vertretern der Landesregierungen und zusätzlich mittelbar durch die Landtage zu bestellenden Senatoren zusammensetzt. Mit seinem Modell eines „Bundesrats mit senatorialer Schleppe“ findet er das besondere Interesse Konrad Adenauers (CDU). In der Endphase der Beratungen wirkt Lehr nach dem Ausfall Adolf Süsterhenns (CDU) als kulturpolitischer Sprecher der Fraktion zunehmend auch in Fragen des Verhältnisses von Staat und Kirche mit.

Geboren am 20. August 1883 in Celle, gestorben am 13. Oktober 1956 in Düsseldorf, evangelisch.

Robert Lehr studiert von 1903 – 1907 Rechtswissenschaften in Marburg, Berlin, Bonn und Heidelberg, Promotion 1908. 1913 Eintritt in die Stadtverwaltung Düsseldorf, 1914 – 1918 Polizeidezernent, 1919 – 1924 Finanzdezernent und 1924 – 1933 Oberbürgermeister in Düsseldorf. In der zweiten Hälfte der 1920er Jahre Eintritt in die Deutschnationale Volkspartei.

1933 Entlassung als Oberbürgermeister und Inhaftnahme (bis Ende September 1933). Vielzahl von Kontakten zu Persönlichkeiten der politischen Opposition, ohne sich selbst exponiert am Widerstand zu beteiligen.

1945 Mitgründer und Vorstandsmitglied der CDU Rheinland. 1945 – Mitte 1946 Oberpräsident der Nordrheinprovinz. 1946 – 1947 Mitglied und zeitweise Vorsitzender des Zonenbeirats der britischen Zone, legt dort im August 1947 „Richtlinien für die künftige Reichsverfassung“ vor. 1946 – 1950 Abgeordneter des Nordrhein-Westfälischen Landtags, 1946 – 1947 Landtagspräsident, 1947 – 1949 Vorsitzender des Hauptausschusses. 1949 – 1953 Mitglied des Deutschen Bundestags, 1950 – 1953 Bundesminister des Innern. Danach Wahrnehmung zahlreicher Aufsichts- und Ehrenämter in Wirtschaft, Hochschule und sonstigen gesellschaftlichen Bereichen.

Nachlass: Bundesarchiv, Koblenz; Stadtarchiv, Düsseldorf.

12.1.1949
Stellungnahme
Robert Lehr (CDU):
Zu den auf der Tagung der CDU/CSU in Königswinter gefassten Beschlüssen
(4´12)
13.4.1949
Stellungnahme
Robert Lehr (CDU):
Zur derzeitigen Situation im Parlamentarischen Rat
(5´50)
8.5.1949
10. Sitzung
Robert Lehr (CDU):
Dritte Lesung des Entwurfs eines Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland (Ausschnitt)
(3´54)