Im August 1948 wählen die elf westdeutschen Landtage die 65 Abgeordneten des Parlamentarischen Rats. Bereits zu Beginn der Beratungen kommen fünf Vertreter Berlins hinzu. Sie nehmen wegen des besonderen Rechtsstatus von Berlin nur mit beratender Stimme teil. Im Verlauf der Beratungen des Parlamentarischen Rats scheiden sieben Abgeordnete vorzeitig aus und werden durch Nachrücker ersetzt.

Erna Wagner-Hehmke porträtiert einen Teil der Abgeordneten. Von anderen macht sie Fotografien in Sitzungen und Arbeitsräumen.
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LAMBERT LENSING (CDU)
im Parlamentarischen Rat
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Lambert Lensing
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Lambert Lensing, der vom Nordrhein-Westfälischen Landtag im August 1948 in den Parlamentarischen Rat gewählt wird, gehört als Mitglied dem Ausschuss für Finanzfragen an. Trotz regelmäßiger Teilnahme an den Sitzungen hält er sich dort allerdings bei der Behandlung inhaltlicher Fragen zurück. Sein hoher Sachverstand kommt vielmehr vorrangig in den internen Beratungen der CDU/CSU-Fraktion zum Tragen, wo er vielfach die Berichterstattung über die Arbeiten im Ausschuss für Finanzfragen übernimmt. Hinsichtlich der in der Fraktion stark umstrittenen Frage der konkreten Ausgestaltung der Bundesstaatlichkeit favorisiert er ein gemäßigt föderalistisches Konzept (Senatslösung und Bundesfinanzverwaltung). Überdies versteht er sich als Förderer kirchlicher Belange. Er leistet der Fraktion wertvolle Dienste als Kontaktmann zur Presse.

Geboren am 14. November 1889 in Dortmund, gestorben am 25. April 1965 in Dortmund, römisch-katholisch.

Lambert Lensing macht 1910 in Emmerich sein Abitur. 1910 – 1919 Studium der Rechtswissenschaft, unterbrochen durch Teilnahme am Ersten Weltkrieg, danach Eintritt in die Geschäftsleitung des väterlichen Zeitungs- und Druckereiunternehmens, das u.a.die Zeitung „Tremonia. Organ für die katholische Welt“ verlegt. 1928 Übernahme der Firmenleitung. Seit 1919 Mitglied der Zentrumspartei, für diese 1929 – 1933 in der Dortmunder Stadtverordnetenversammlung. Seit 1929 im Vorstand des Vereins Deutscher Zeitungsverleger, 1930 – 1933 Vorsitzender des Niederrheinisch-Westfälischen Zeitungsverleger-Vereins.

Während des „Dritten Reichs“ zu Zugeständnissen genötigt, um das weitere Erscheinen der Zeitung zu sichern. 1934 – 1935 Mitglied der SA. 1939 – 1944 Kriegsdienst, dabei von 1940 – 1944 beim Oberkommando der Wehrmacht (Berlin), Abteilung Wehrmacht/Propaganda.

1945 Hauptinitiator der Gründung der Christlich-Demokratischen Partei Westfalens (später CDU Westfalen), 1945 – 1946 Vorsitzender des Landesverbands Westfalen-Lippe. 1946 Verweigerung einer Presselizenz durch die britische Besatzungsmacht. Ende 1948 Rehabilitierung und Erteilung einer Zulassung für die Herausgabe der „Ruhr-Nachrichten“. 1949 Mitbegründer des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV). 1951 – 1956 Aufsichtsratsmitglied bei der Deutschen Presse Agentur (dpa), 1954 – 1959 Mitglied des Präsidiums des BDZV. 1951 – 1959 Landesvorsitzender der CDU Westfalen-Lippe, wird Mitglied des CDU-Bundesvorstands. 1954 – 1958 Mitglied des Nordrhein-Westfälischen Landtags.

Nachlass: Teilnachlass (1945 – 1953) im Nordrhein-Westfälischen Hauptstaatsarchiv, Düsseldorf.